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Per Videokonferenz am Schulgeschehen beteiligt

veröffentlicht um 30.11.2010, 04:40 von Unbekannter Nutzer


Sehen hören, reden, dazugehören: Per Videokonferenz kann ein schwerkranker Schüler aus Mürzzuschlag am Schulunterricht teilhaben.

Im Jahr 2008 erkrankte Jakob an einer schweren Knochenmarkserkrankung. Die Konsequenz daraus: Er konnte nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen. Jakob besucht in Mürzzuschlag die zweite Klasse der Peter Rosegger-Realschule.

Nun ist Jakob wieder auf dem Weg der Besserung, aber in die Schule gehen darf er noch nicht. Seine Schulkollegen vermisst er jeden Tag. In der Schule hat man sich nun etwas einfallen lassen, das man gestern präsentierte: Man hat eine Videokonferenzklasse eingerichtet, stellt dabei die Verbindung zu Jakob über eine Datenleitung zu ihm nach Hause her. "Jakob kann eins zu eins am Unterricht teilnehmen", erklärt der Direktor der Schule, Johann Schellnegger.

Wohltuender Kontakt

Seine Klassenkameraden und seine Lehrer sehen Jakob am Schirm und sie können mit ihm reden. Das fördert nicht nur den Kontakt und die Gemeinschaft zwischen den Freunden in dieser harten Zeit und tut Jakob gut. Auch für den Unterricht hat es eine positive "Nebenwirkung": "Es muss natürlich sehr leise sein in der Klasse, sonst hört Jakob daheim nichts."

Die Videokonferenzklasse wurde in der Schule sehr rasch umgesetzt. Die Idee wurde nach dem Abschlussfest im vergangenen Sommer von der ehemaligen Direktorin der Schule, Christine Thaller, an Schellnegger herangetragen, noch in den Ferien begannen die Organisationsarbeiten. Nicht nur die technische Vorbereitung war aufwendig. Schellnegger: "Alles, was wir hier machen, ist auch rechtlich gut abgesichert." So werden Persönlichkeitsrechte geschützt, indem Vereinbarungen getroffen wurden, dass keinerlei Material von den Videokonferenzen gespeichert oder gar veröffentlicht wird.

Gemeinsam

Die Schule hat bereits Übung, was den Einsatz von Computern und Internet im Unterricht betrifft. Es gibt Netbookklassen in der fünften Schulstufe sowie Notebookklassen in der sechsten Schulstufe der Realschule, die Videokonferenzklasse ist nun das Tüpfelchen auf dem i. Jakobs Eltern, der Direktor, die Klassenlehrer und Gemeindevertreter haben das Projekt gemeinsam auf die Beine gestellt. Die beiden Hauptsponsoren sind der Lions Club und die Gemeinde Ganz - dort ist Jakob mit seinen Eltern zu Hause. Und so meinte Thomas Jaklin, geschäftsführender Vorsitzender des Lions Clubs: "Anhand solcher Projekte merkt man wirklich, was es heißt, Schulpartnerschaft zu leben."

(Quelle: Kleine Zeitung Online
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